Wie du Bestellungen über WhatsApp annimmst, ohne die Übersicht zu verlieren, was vorformuliert ankommt und wo der Chat als Verkaufsweg aufhört.
Sailo team11 Min. Lesezeit
Bestellungen kommen in Deutschland im Chat an, ob dir das passt oder nicht. WhatsApp ist hier die Standard-Nachrichten-App, und was nicht dort landet, landet in Instagram-Nachrichten oder in Mails, die aussehen wie Chats.
Das Problem daran ist nicht der Kanal. Es ist, dass eine Bestellung im Chat aus sieben Nachrichten besteht, von denen drei Fragen sind, und dass am Ende niemand sicher weiß, ob die Adresse jetzt genannt wurde oder nicht.
Die kurze Antwort: Lass den Käufer auf einer Seite auswählen, was er will, und schick ihn dann mit einer fertig geschriebenen Nachricht in den Chat. Bei Sailo ist WhatsApp einer von acht Bestellwegen, verfügbar in jedem Tarif, auch im kostenlosen für 0 Dollar. Die Bestellung wird gespeichert, bevor der Chat aufgeht, und die Nachricht enthält Artikel, Menge, Rabatt, Lieferart, Gesamtbetrag, Name, Lieferadresse, Notiz und Rechnungsnummer, ohne dass jemand tippt.
Das ist der Unterschied zwischen "verkaufen über WhatsApp" und "im Chat versinken".
Er ist auf deiner Seite, hat ein Produkt ausgewählt, Menge und Variante gewählt, Namen und Adresse eingegeben, eine Lieferart gewählt. Dann tippt er auf WhatsApp als Bestellweg.
WhatsApp öffnet sich, dein Chat ist offen, und im Eingabefeld steht schon:
Hi Rico's Pflanzen! I'd like to order:
Monstera-Ableger, bewurzelt
Quantity: 2
Delivery: Abholung Neustadt
Total: 24,00 €
Name: Melanie K.
Note: Kann ich Donnerstag ab 17 Uhr?
Invoice: RIC-0088
Er drückt auf Senden. Das war's.
Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens: Die Bestellung existiert bei dir im System, bevor die Nachricht rausgeht, mit Rechnungsnummer und allem. Wenn der Käufer die Nachricht nie abschickt, siehst du die Bestellung trotzdem und kannst nachfragen. Zweitens: Die Rechnungsnummer steht in der Nachricht, und dieselbe Nummer steht auf der Rechnung. Damit hast du in beiden Welten denselben Schlüssel.
Ein Feld: die Telefonnummer.
Und genau da geht es am häufigsten schief. Trag sie mit Ländervorwahl ein, also +49 170 1234567 oder 0049 170 1234567. Wenn du 0170 1234567 einträgst, baut das System daraus einen Link, der die führende Null als Teil der Nummer behandelt, und der Chat öffnet sich nicht oder öffnet sich beim Falschen.
Test das einmal selbst: Leg ein Testprodukt für 1 Euro an, bestell es bei dir selbst, und schau, ob dein eigener Chat aufgeht. Fünf Minuten, und du findest den Fehler, bevor ihn ein Käufer findet.
Und überleg dir vorher, welche Nummer da hineingehört. Wenn du deine private Nummer einträgst, hat sie am Ende jeder Käufer, und du bekommst Nachrichten am Sonntagabend. Eine zweite Nummer, als Prepaid-Karte oder eSIM, kostet wenig und trennt die beiden Leben sauber. Wer das erst nach hundert Bestellungen macht, ändert eine Nummer, die schon in hundert Chats steht.
Das ist der Punkt, den du wissen musst, bevor der erste Käufer ihn dir mitteilt: Die Beschriftungen in dieser vorformulierten Nachricht sind fest auf Englisch. Quantity, Delivery, Total, Name, Deliver to, Note, Invoice. Auch dann, wenn dein Shop auf Deutsch steht und alles andere auf Deutsch ist.
Deutsch ist in der Nachricht nur das, was du selbst getippt hast: deine Produktnamen, der Name deiner Lieferart, der Text des Käufers.
Ist das schlimm? Für die meisten Käufer nicht, weil die Nachricht offensichtlich generiert ist und die Zahlen stimmen. Für einen Shop, der bewusst sehr lokal auftritt, ist es ein kleiner Bruch, und es gibt keinen Schalter dagegen.
Was du dagegen tun kannst, kostet zwei Minuten: Schreib deine Lieferarten und Produktnamen so, dass sie die englische Beschriftung überflüssig machen. Eine Lieferart, die "Abholung Neustadt, Do ab 17 Uhr" heißt, trägt ihre Bedeutung selbst. Und der erste Satz, den du im Chat zurückschreibst, ist ohnehin deiner, also setz dort den Ton, den die generierte Nachricht nicht setzen konnte.
Bei einer Bestellung mit mehreren Positionen werden die Artikel übrigens untereinander aufgelistet, jeweils mit Variante und Stückzahl, und die separate Mengenzeile fällt weg. Das ist die richtige Entscheidung für einen Chat, aber es heißt, dass die Nachricht bei einem großen Warenkorb länger wird, als du erwartest.
Die Alternative, die die meisten fahren, ist ein Instagram-Profil mit "DM für Preise". Das kostet dich drei Dinge, jedes Mal:
Die Preisfrage. Jede einzelne Konversation beginnt damit, und du beantwortest dieselbe Frage zwanzigmal in der Woche. Ein Preis auf der Seite beantwortet sie einmal für alle.
Die Adresse. Im Chat kommt sie in Bruchstücken, ohne Postleitzahl, und du fragst nach. Im Formular kommt sie vollständig.
Die Reihenfolge. Und das ist der teuerste Punkt: Sobald du drei Chats parallel hast, verlierst du nicht die Bestellung. Du verlierst die Reihenfolge. Wer hat zuerst gefragt, wer hat schon bezahlt, wer wartet noch auf eine Antwort von dir. Das ist der Moment, in dem gute kleine Verkäufer anfangen, Kunden zu enttäuschen, ohne es zu merken.
Eine Bestellliste löst genau dieses Problem, und sie löst es nicht dadurch, dass der Chat verschwindet, sondern dadurch, dass jeder Chat eine Zeile in einer Liste hat.
Was Sailo beim WhatsApp-Weg nicht tut: Geld bewegen. Das ist per Definition so. Sailo schreibt die Nachricht und übergibt an WhatsApp, und danach seid ihr zwei Leute in einem Chat.
Praktisch heißt das, du brauchst zusätzlich einen Zahlungsweg, und in Deutschland ist das meistens Überweisung oder Abholung mit Barzahlung. Bei Überweisung schickst du die Bankdaten in den Chat, mit der Rechnungsnummer als Verwendungszweck. Was du dabei beachtest, damit du die Zahlung zwei Tage später wiederfindest, steht in Per Überweisung bezahlt werden.
Was es bei Sailo nicht gibt, damit du es nicht suchst: kein PayPal, kein Klarna, keine SEPA-Lastschrift, kein giropay. Die vollständige Liste der Bestellwege ist Karte, WhatsApp, Telegram, Instagram, E-Mail, Telefon, Überweisung und Nachnahme. Wenn du deine PayPal-Adresse in den Chat schreibst, ist das ein Behelf, den Sailo nicht kennt und nicht zuordnet.
Der Vorteil dieses Aufbaus: Auf dem WhatsApp-Weg nimmt Sailo nichts. Keine Provision, in keinem Tarif, weil kein Geld durch Sailo läuft. Nur bei Kartenzahlung fallen 1–3 Prozent vom Warenwert an, und zwar 3 Prozent im kostenlosen Tarif und 1 Prozent auf Business.
Eine E-Mail über Preise, Fotos, Versand und Bezahltwerden. Keine Werbung, keine Füllsätze.
Für den Verkauf lohnt sich die Business-App, aus drei Gründen, die alle mit Ordnung zu tun haben.
Du kannst ein Profil mit Öffnungszeiten, Beschreibung und Website-Link hinterlegen. Du kannst Chats mit Labels versehen, also "wartet auf Zahlung", "verpackt", "erledigt". Und du kannst automatische Nachrichten einrichten, zum Beispiel eine Abwesenheitsnotiz nach 18 Uhr.
Das Label-System ist das, was du wirklich benutzen wirst. Es ist die Chat-Version deiner Bestellliste, und wenn beide dieselben Zustände haben, hast du keinen Zweifel mehr, wo etwas steht.
Was die Business-App nicht ist: eine Trennung von privat und geschäftlich auf demselben Gerät ohne Aufwand. Zwei Nummern auf einem Handy zu betreiben ist möglich, aber es ist eine Einrichtung, keine Einstellung. Wenn du das willst, plane einen Abend ein.
Der WhatsApp-Status ist in Deutschland der am meisten unterschätzte Verkaufskanal, den kleine Anbieter haben.
Er erreicht genau die Menschen, die deine Nummer haben, also Leute, die dich schon kennen. Er verlangt von dir keinen Algorithmus, keine Hashtags und keine Veröffentlichungszeit. Und er verschwindet nach einem Tag, was den Druck rausnimmt, dass alles perfekt sein muss.
Was funktioniert: ein Foto von dem, woran du gerade arbeitest, mit einer Zeile Text und dem Shoplink. Zwei bis drei Mal die Woche, nicht täglich.
Was nicht funktioniert: derselbe Werbebeitrag, den du auch auf Instagram postest. Der Status lebt davon, dass er nach Werkstatt aussieht und nicht nach Kampagne.
Die Kita-Gruppe, die Vereinsgruppe, die Nachbarschaftsgruppe. Dort sitzt genau die lokale Kundschaft, die für einen kleinen deutschen Shop den Unterschied macht.
Und dort ist auch die Grenze, an der Leute sich unbeliebt machen. Eine Verkaufsnachricht in eine Gruppe, die für etwas anderes da ist, ist selten willkommen, und beim zweiten Mal fast nie.
Der Weg, der funktioniert: Nicht du postest in die Gruppe, sondern deine Kundin. Wenn jemand bei dir bestellt hat und zufrieden ist, ist ein Foto von ihr in der Gruppe zehnmal so wirksam wie deine eigene Nachricht, und es kostet niemanden Sympathie. Wie du solche Weiterempfehlungen anstößt, ohne aufdringlich zu sein, steht in Die ersten Bestellungen bekommen.
Zwei Punkte, die im Chatverkauf regelmäßig untergehen, und bei beiden nenne ich dir die Form, nicht die Norm.
Deine Pflichtangaben verschwinden nicht, weil der Verkauf im Chat stattfindet. Wer geschäftsmäßig anbietet, muss identifizierbar sein, und wenn du dein WhatsApp-Business-Profil als Schaufenster benutzt, gehört der Link zu deiner Anbieterkennzeichnung dorthin. Bei Sailo gibt es keine Impressum-Seite, du hostest sie selbst und verlinkst sie. Wie du das aufsetzt, steht in Impressumspflicht für kleine Shops.
Werbenachrichten an Leute, die nicht danach gefragt haben, sind heikel. Der Unterschied zwischen "Antwort auf eine Anfrage" und "unaufgeforderte Werbung" ist der Punkt, an dem es unangenehm wird, und er hängt an einer Einwilligung. Wie die aussehen muss, wie du sie dokumentierst und was du bei Bestandskunden anders darfst, prüf für deinen Fall. Ich schreibe hier keine Faustregel hin, weil eine falsche Faustregel an dieser Stelle teuer ist.
Praktisch heißt das: Antworten ist immer in Ordnung. Eine Rundnachricht an alle Kontakte, die dir mal geschrieben haben, ist es nicht automatisch.
Rico verkauft Pflanzenableger in Dresden-Neustadt. Monstera, Efeutute, Philodendron, zwischen 6 und 24 Euro. Abholung bei ihm zuhause, gelegentlich Versand.
Sein Aufbau: Sailo im kostenlosen Tarif, dreizehn Produkte. Bestellwege: WhatsApp und Abholung. Zahlung: bar bei Abholung oder Überweisung vorab.
Vorher lief alles über seinen Instagram-Account. Eine typische Bestellung waren neun Nachrichten: "Hast du noch Monstera?", "Wie groß?", "Was kostet die?", "Ist die bewurzelt?", "Wann kann ich kommen?", und so weiter. Bei sechs Bestellungen die Woche waren das rund fünfzig Nachrichten, die er auf dem Handy im Bus beantwortet hat.
Jetzt: Die Fragen sind auf der Produktseite beantwortet, mit einem Größenfoto und einer Zeile zur Bewurzelung. Der Käufer wählt aus, gibt seinen Namen ein, wählt Abholung, und die Nachricht kommt fertig an. Ricos Anteil an der Konversation sind meistens zwei Nachrichten: "Passt, Donnerstag 17 Uhr geht" und "Bis dann".
Was sich in Zahlen geändert hat: Er verkauft ungefähr genauso viel. Er verbringt deutlich weniger Zeit mit dem Handy, und er hat aufgehört, Anfragen zu übersehen, weil jede Bestellung jetzt auch als Zeile existiert und nicht nur als Chat, der nach oben rutscht.
Was er nicht gelöst hat: Wer ihm einfach so schreibt, ohne über die Seite zu gehen, ist weiterhin ein Chat ohne Zeile. Sein Umgang damit ist ein Satz, den er kopiert hat: "Klar, mach ich dir fertig. Kannst du kurz hier auswählen, dann hab ich Adresse und alles direkt drin: [Link]"
Drei Anzeichen, an denen du merkst, dass der Chat nicht mehr das richtige Werkzeug ist.
Du beantwortest abends mehr Nachrichten, als du Bestellungen hast. Dann ist deine Produktseite unvollständig, nicht dein Chat überlastet. Die Fragen, die du am häufigsten bekommst, gehören in die Beschreibung und auf ein Foto.
Du verlierst Bestellungen, weil du eine Nachricht übersehen hast. Das ist der Punkt, an dem eine Bestellliste keine Bequemlichkeit mehr ist, sondern die Bedingung dafür, dass Leute wiederkommen.
Du willst nachts verkaufen. Ein Chat braucht dich. Kartenzahlung nicht. Wenn ein spürbarer Teil deiner Käufer außerhalb deiner Wachzeiten bestellen will, ist das der einzige gute Grund, über den Business-Tarif nachzudenken, und nicht die Provision.
Punkt 3 ist der, der dir am meisten Zeit zurückgibt, und er hängt an guten Bildern: Produktfotos mit dem Handy beschreibt, welche vier Bilder die meisten Fragen beantworten. Wenn du noch am Aufbauen bist, sortiert Online verkaufen ohne Website die Reihenfolge, in der du das alles angehst.
Geschrieben von
Sailo team
Ein Link, dein ganzer Shop.
Eine E-Mail über Preise, Fotos, Versand und Bezahltwerden. Keine Werbung, keine Füllsätze.
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